Über die wesentlichen Entwicklungen im Geschäftsjahr 2016 und zukünftige Vorhaben informierten sich zahlreiche Aktionärsvertreter bei der Hauptversammlung der EnBW ODR. Begrüßt wurden sie durch den Aufsichtsratsvorsitzenden Steffen Ringwald. Vorstand Frank Hose stellte das Markenversprechen der ODR vor: Intelligente Energien für eine starke Region. Die ODR beobachtet die Veränderungen und Entwicklungen in ihrem Umfeld und erkennt daraus zukünftige Anforderungen und Herausforderungen für eine nachhaltige Energiewirtschaft.

Nach dem starken Zuwachs von Photovoltaikanlagen in den zurückliegenden Jahren steht jetzt der Ausbau der Windkraftanlagen in der Region. Derzeit speisen 66 Windkraftanlagen mit einer Leistung von 120 Megawatt in die Mittelspannungsnetze ein. Die Kunden wollen ihren selbst erzeugten Strom auch selbst nutzen und fragen daher vermehrt nach Energiemanagementsystemen und Speicherlösungen nach. In diesem Zusammenhang wird die Nachfrage nach Speicherprodukten und Elektrofahrzeugen in den nächsten Jahren deutlich zunehmen. Die Anforderungen an neue Techniken und Prozesse im Bereich der Energieversorgungs- und IT-Abwicklungssysteme, der Netzinfrastruktur und -steuerung werden laut Hose immer anspruchsvoller und komplexer. Das Schlagwort heißt Digitalisierung.

Als wichtiger Arbeitgeber schaffe die ODR eine hohe Wertschöpfung in der Region. Rund 370 Millionen Euro flossen 2016 aufgrund unserer Aktivitäten in die Region; allein 39 Millionen Euro über den Einkauf von Lieferungen und Leistungen in die regionale Wirtschaft. Das ODR-Versorgungsgebiet ist Erzeugungsregion für erneuerbare Energien: Derzeit sind rund 26.300 EEG-Anlagen am Netz. Insgesamt wurden 2016 etwas über 1.100 GWh Strom ins Netz der NGO eingespeist. Das entspricht rund 53 Prozent der insgesamt im Netz abgesetzten Energie an Letztverbraucher. Damit hat die ODR-Region laut Vorstand das Ausbauziel der Bundesregierung für 2025 mit 45 Prozent in der Region bereits heute übertroffen. Die Vergütung an die Einspeiser betrug 287 Millionen Euro. Die Entwicklung fordert den stetigen Ausbau der Schalt- und Umspannwerke. Insgesamt wurden bei der ODR 2016 19 Millionen Euro in die Nieder- und Mittelspannungsverteilnetze investiert; allein in neun Umspann- und Schaltwerken wurden Erneuerungen, Verstärkungen oder Erweiterungen begonnen bzw. fertiggestellt. Darüber hinaus wurden 230 Kilometer Leitungen verlegt und 120 Trafostationen erneuert oder neu gebaut.

An der positiven Entwicklung der neuen Gashausanschlüsse lässt sich der Aufwind im Gasgeschäft erkennen. Gemeinsam mit dem in der Region sehr erfolgreichen Breitbandausbau wurden alle Synergien zur Darstellung der Wirtschaftlichkeit von neuen Gasnetzen in Bestands- und Neubaugebieten genutzt. Der seit Jahren bestehende Trend zu einem immer schärferen Wettbewerb im Segment Industriekunden hat sich auch in 2016 fortgesetzt. Im Vergleich zum Vorjahr wurde die Anzahl der vertraglich gesicherten Industriekunden im Segment Strom und Gas dennoch leicht gesteigert. Während man im Privatkundensegment Strom Kunden verloren hat, freut man sich im Privatkundenbereich Gas über Kunden- und Absatzzuwächse.

Neben dem etablierten Netz- und Vertriebsgeschäft will die ODR im Dienstleistungsgeschäft weiter wachsen. Was die Elektromobilität betrifft, sieht das Unternehmen gute Chancen für das Dienstleistungsgeschäft im Hinblick auf den Ausbau der Ladeinfrastruktur oder der Ladesteuerung, ob im Haushalt, öffentlichen Raum oder Betrieb. Die Elektromobilität stellt für das Erreichen der Klimaschutzziele eine wichtige Basis dar, denn regenerativ erzeugte Energie führt durch Elektroautos zu einer ressourcenschonenden Mobilität. Auch graphische Informationssysteme werden in Zeiten zunehmender Digitalisierung immer wichtiger. Hier gilt es, das Dienstleistungsgeschäft weiter auszubauen. Die Komplexität der künftigen Energiewelt ermöglicht laut Frank Hose Chancen für neue Geschäftsmodelle.

Die Ausbildung junger Menschen hat für die ODR in Zeiten zunehmenden Fachkräftemangels einen hohen Stellenwert und gewinnt immer mehr an Bedeutung. Mit einer hohen Ausbildungsquote von zehn Prozent nehme man die gesellschaftliche und soziale Verantwortung in der Region sehr ernst. 2016 bot die ODR insgesamt 40 Auszubildenden und Studenten aus der Region einen Ausbildungs- oder Studienplatz an dualen Hochschulen an. Mit ihrem Modell „Stunden- und Geldspende" im Rahmen der Aktion „Sehen und helfen" ist die ODR einmalig in der Region unterwegs. Der Spendenbetrag in Höhe von 29.000 Euro kommt 25 sozialen Einrichtungen zugute.

Auch betriebliches Gesundheitsmanagement wird bei der ODR groß geschrieben. Dank der Trikot-Aktion für Jugendfußballmannschaften in 2016 laufen jetzt 71 Teams in der Region mit einem ODR-Trikot auf’s Spielfeld. Auch zukünftig ist und bleibt das Netzgeschäft ein wesentlicher Grundpfeiler für die wirtschaftliche Stabilität der ODR. Auf Basis einer intelligenten nachhaltigen Infrastruktur für den Kunden ist die Weiterentwicklung des Energie- und Dienstleistungsangebotes ebenfalls von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Darüber hinaus seien der Ausbau erneuerbarer Energien und die Direktvermarktung von regenerativem Strom aus regionalen Erzeugungsanlagen für die ODR als Mitgestalter und Treiber der Energiewende sehr wichtig. Insgesamt beurteilte Hose die weitere wirtschaftliche Entwicklung der ODR als positiv.

 

Daten und Fakten 2016 (Vorjahr in Klammer):
  • Umsatz: 402,3 Mio. € (429,4 Mio. €)

  • Bilanzsumme: 342,9 Mio. € (324,2 Mio. €)

  • Eigenkapital: 115,4 Mio. € (115,4 Mio. €)

  • Stromnetz: 12.719 km (12.684 km)

  • Erdgasnetz: 1.884 km (1.816 km)

  • Investitionen: 36,0 Mio. € (36,0 Mio. €)

  • Mitarbeiter: 401 (391)