Informationsveranstaltung zum geplanten Windpark „Zum Schönen Stein“
Rund 120 Gäste haben sich in Lauchheim-Röttingen über den geplanten Windpark „Zum Schönen Stein“ informiert.
Das Projekt steht exemplarisch für einen zentralen Ansatz der Energiewende in Ostwürttemberg. Wertschöpfung soll dort entstehen, wo Energie erzeugt wird. Die EnBW ODR treibt das Vorhaben gemeinsam mit regionalen Partnern voran.
Als regional verwurzeltes Energieunternehmen verfolgt die EnBW ODR das Ziel, die Energiewende gemeinsam mit Kommunen und Bürgern vor Ort zu gestalten. „Transformation ist nur mit und niemals gegen die Menschen möglich“, betonte Vorstand Sebastian Maier. Deshalb setzt das Unternehmen auf frühzeitige Information, transparente Planung und den kontinuierlichen Dialog mit der Region.
Ein zentraler Anspruch der EnBW ODR ist es, die regionale Wertschöpfung zu stärken. Die geplante Gesamtinvestition von rund 180 Millionen Euro fließt zu großen Teilen in Planung, Bau, Betrieb und Netzinfrastruktur in der Region. Gleichzeitig ist klar: Die betroffenen Kommunen und Menschen erleben die Anlagen direkt vor Ort. „Wer die Belastung mitträgt, soll auch profitieren“, so Maier. Deshalb setzt die EnBW ODR auf ein Bürgerenergiemodell, das eine direkte wirtschaftliche Beteiligung ermöglicht.
Gleichzeitig stehen Windenergieprojekte aktuell unter wirtschaftlichem Druck. Die EnBW ODR treibt derzeit die Genehmigungsverfahren voran und prüft parallel die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Auf dieser Basis wird über die konkrete Umsetzung entschieden. Perspektivisch ist geplant, eine Bürgerenergiegenossenschaft zu gründen, in der Beteiligungsmöglichkeiten und Renditen transparent dargestellt werden. Eine frühzeitige und verlässliche Information aller Beteiligten bleibt dabei ein zentrales Prinzip.
Als regionaler Kooperationspartner ist Schweizer Honold am Windpark beteiligt. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, die Energieerzeugung stärker in der Region zu verankern und unabhängiger von fossilen Energieträgern sowie vom Ausland zu machen. Für Schweizer Honold ist klar: Erneuerbare Energien sind eine zentrale Voraussetzung für eine sichere und verlässliche Energieversorgung zukünftiger Generationen.
Projektleiter Florian Schirle von der EnBW ODR erläuterte die planerischen Rahmenbedingungen. Der Windpark liegt zwischen Lauchheim, Beuren und Oberriffingen und wird von zwei ausgewiesenen Vorranggebieten umschlossen. Die Flächen werden seit rund zwei Jahren beplant. Insgesamt sind 16 Windenergieanlagen vorgesehen, unter anderem im Bereich des ehemaligen Munitionsdepots. Bei der Planung werden sowohl Umweltaspekte als auch bestehende Nutzungen berücksichtigt, etwa die Flugschneisen der Segelflieger aus Bopfingen.
Auch der Netzanschluss ist auf die bestehende Infrastruktur ausgerichtet. Über eine rund 16 Kilometer lange Trasse wird der Windpark an das Hochspannungsnetz angebunden. Am Umspannwerk Goldshöfe entsteht dafür ein neues Einspeise-Umspannwerk, das die erzeugte Energie in das regionale Netz integriert.
Der Windpark „Zum Schönen Stein“ soll künftig rund 227.600 Megawattstunden Strom pro Jahr erzeugen. Das reicht rechnerisch aus, um etwa 65.000 Haushalte zu versorgen. Zusätzlich profitieren die Standortkommunen Aalen, Bopfingen, Lauchheim und Neresheim direkt finanziell. Über eine Ausgleichszahlung fließen jährlich rund 450.000 Euro in die Haushalte der involvierten Kommunen.
Für das Jahr 2026 sind die Genehmigungsverfahren und Gutachten vorgesehen sowie die Einreichung der Baugenehmigung. 2027 folgen die Bauvorbereitung und die Ausgestaltung des Bürgerbeteiligungsmodells. Bau und Inbetriebnahme sind für die Jahre 2028 bis 2029 geplant. Visualisierungen des Windparks werden über die Homepage der ODR transparent zur Verfügung gestellt.
Die Veranstaltung in Lauchheim Röttingen war geprägt von einer regen und überwiegend positiven Diskussion. Themen waren unter anderem die Höhe der Anlagen, ihr Beitrag zum Strommix sowie Belange der Luftfahrt. Die EnBW ODR und ihre Partner werden den Dialog mit Kommunen und Bürgerschaft auch in den weiteren Projektphasen eng und offen fortsetzen.
Der Windpark „Zum Schönen Stein“ steht damit beispielhaft für die Energiewende in der Region. Technisch anspruchsvoll, wirtschaftlich herausfordernd und nur gemeinsam mit den Menschen vor Ort umsetzbar.