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Mythos Windkraft

Ein Windpark mit fünf Windrädern bei Sonnenuntergang in einer grünen Wiesenlandschaft.

Windkraft im Fokus

Der Ausbau der Windenergie in unserer Region schreitet weiter voran. Diese Form der Energieerzeugung ist ein wichtiger Grundpfeiler auf dem Weg in eine CO2-neutrale Zukunft. Wir bei der EnBW ODR haben nicht nur das Ziel, die Zukunft unserer Region nachhaltig und klimaneutral mitzugestalten. Wir stehen auch für Fortschritt und Innovation. Die Stromerzeugung von Windkraft bietet für uns neben anderen umweltfreundlichen Erzeugungsformen, wie der Solarenergie, die idealen Voraussetzungen für regional erzeugte Energie, ohne dabei unsere Umwelt zu belasten.

Lesen Sie im Folgenden mehr über den Mythos Windkraft. Schaden Windkraftanlagen unserer Gesundheit? Sind Windkraft und Artenschutz vereinbar? Welche Vorbehalte stimmen und welche nicht?

Ein fokussiertes Windrad mit drei Rotorblättern bei Sonnenuntergang. Im Hintergrund ist eine Landschaft zu sehen.

Ist Infraschall gefährlich?

Viele Menschen fragen sich, ob der von Windrädern erzeugte Infraschall ihrer Gesundheit schaden kann. Infraschall bezeichnet Schallwellen mit sehr niedrigen Frequenzen unter 20 Hertz, die für das menschliche Ohr nicht hörbar sind. Er kommt nicht nur bei Windenergieanlagen vor, sondern auch ganz natürlich – etwa bei Meeresbrandung, Stürmen oder durch technische Geräte wie Heizungsanlagen oder Autos.

Im Vergleich dazu gelten Windkraftanlagen als sehr schwache Infraschallquellen. Die gemessenen Pegel liegen deutlich unterhalb der menschlichen Wahrnehmungsschwelle. Aktuell gibt es keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Infraschall von Windrädern eine gesundheitsschädliche Wirkung hat.

Einzelne Beschwerden, die in der Nähe von Windkraftanlagen auftreten, werden von Fachleuten häufig dem sogenannten Nocebo-Effekt zugeschrieben: Dabei führen erwartete negative Auswirkungen für die Gesundheit, etwa durch Sorge oder Verunsicherung, zu psychosomatischen Symptomen.

Klicken Sie auf das folgende Video und erfahren Sie mehr.

Gefährden Windräder die Wälder in unserer Region?

Der tatsächliche Flächenbedarf einer einzelnen Windkraftanlage liegt durchschnittlich bei rund 0,95 Hektar – das entspricht etwa der Größe eines Fußballfeldes (0,7 Hektar). Etwa die Hälfte dieser Fläche wird lediglich temporär für Bau- und Montagearbeiten gerodet und innerhalb von zwei bis drei Jahren wieder aufgeforstet.

Der verbleibende Anteil wird über die Betriebsdauer von 20 bis 25 Jahren genutzt. Nach dem Rückbau der Anlage muss das Fundament vollständig entfernt und die Fläche in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden. Darüber hinaus muss, an anderer Stelle, eine Ersatzaufforstungen mindestens im gleichen Umfang erfolgen. Langfristig kann dies sogar zu einem Zuwachs der Waldfläche führen.

Trotz dieser Ausgleichsmaßnahmen ist klar: Der Bau von Windenergieanlagen in Waldgebieten hat ökologische Auswirkungen. Nach einer Rodung dauert es lange, bis die betroffenen Flächen ihre ursprüngliche Ökosystemleistung wieder vollständig erbringen können. Entscheidend ist daher die Standortwahl. Der Bau in monokulturell genutzten Flächen gilt ökologisch als deutlich weniger problematisch als in alten, artenreichen Mischwäldern.

Viele Bundesländer sehen daher nur noch neue oder monokulturell genutzte Wirtschaftswälder als Standorte, die für Windkraftanlagen infrage kommen. Ökologisch wertvolle Waldgebiete werden generell von der Nutzung ausgeschlossen

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Allgemeine Fragen & Antworten

Was ist ein Windrad?

Ein Windrad wandelt die Bewegungsenergie des Windes in elektrischen Strom um. Die Luftströmung setzt die Flügel der Turbine in Bewegung, wodurch eine Drehbewegung entsteht. Diese wird über durch einen Generator in Strom umgewandelt.

Man unterscheidet zwischen drei Standorttypen:

  • Onshore-Anlagen stehen an Land
  • Nearshore-Anlagen befinden sich in Küstennähe
  • Offshore-Anlagen sind auf dem Meer installiert

Wo werden Windräder errichtet?

In Baden-Württemberg erfolgt die Errichtung von Windenergieanlagen (WEA) vor allem in ausgewiesenen Vorranggebieten für Windkraft, die in den Regionalplänen festgelegt werden. Diese Flächen bieten optimale Windbedingungen und berücksichtigen gleichzeitig Natur- und Landschaftsschutz. Ein wichtiger Faktor ist die Mindestentfernung zur Wohnbebauung, die in der Regel über 1.000 Meter beträgt, um Lärmschutz und Sicherheitsaspekte zu gewährleisten. So wird die Akzeptanz in der Bevölkerung gestärkt. Bei der Standortwahl spielen sowohl Offenlandflächen als auch Waldgebiete eine Rolle. Während Offenland oft bessere Windverhältnisse bietet, können auch Waldstandorte genutzt werden, sofern ökologische Belange berücksichtigt und Eingriffe minimiert werden. Die Errichtung von Windparks im ländlichen Raum ist entscheidend für die Energieversorgung der Städte. Durch die Einspeisung des erzeugten Stroms ins öffentliche Netz wird eine nachhaltige und klimafreundliche Versorgung für Haushalte, Unternehmen und Industrie sichergestellt – unabhängig davon, wo der Strom verbraucht wird.

Ab welcher Windgeschwindigkeit wird Strom erzeugt?

Bereits bei einer Windgeschwindigkeit von 3 bis 4,5 Metern pro Sekunde beginnen Windräder Strom zu erzeugen. Durch drehbare Rotoren richtet sich die Gondel automatisch in den Wind, und schon ab drei Umdrehungen pro Minute arbeitet eine moderne Anlage effizient. Je höher die Windenergieanlage und je länger die Rotorblätter, desto besser kann sie das Windangebot nutzen, daher sind Anlagen im Binnenland meist höher gebaut als in windstärkeren Küstenregionen.

Wie viele Haushalte kann ein modernes Windrad versorgen?

Moderne Windenergieanlagen gehören zu den leistungsstärksten Technologien der Energiewende. Unter guten Bedingungen erzeugt eine aktuelle Anlage rund 15 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr. Das reicht aus, um etwa 4.000 bis 4.500 Haushalte mit klimafreundlicher Energie zu versorgen.

Mit Nabenhöhen von bis zu 175 Metern und einem Rotordurchmesser von 175 Metern erreichen sie Gesamthöhen von über 250 Metern. Dank dieser Dimensionen und modernster Technik liefern sie deutlich mehr Energie als frühere Generationen und sind ein zentraler Baustein für die sichere, klimaneutrale Stromversorgung der Zukunft.

Wie hoch ist die Lebensdauer eines Windrades?

Die Lebensdauer moderner Windenergieanlagen liegt zwischen 20 und 30 Jahren. Nach dieser Zeit werden sie rückgebaut, recycelt und häufig durch leistungsstärkere Nachfolgemodelle ersetzt. Windenergie bietet kurz- und mittelfristig das wirtschaftlichste Ausbaupotential unter den erneuerbaren Energien. Genehmigungen für den Ausbau nehmen daher seit einigen Jahren stark zu.

Verursachen Windräder CO2-Emissionen?

Windenergie gehört zu den saubersten Energiequellen. Im laufenden Betrieb verursachen Windräder keine CO₂-Emissionen, da sie weder fossile Brennstoffe verbrennen noch auf chemische Prozesse angewiesen sind. CO₂ entsteht lediglich in den Phasen der Herstellung, Errichtung, Transport, Wartung und beim Rückbau einer Anlage. Diese sogenannten Lebenszyklusemissionen sind jedoch extrem niedrig im Vergleich zu konventionellen Kraftwerken wie Kohle oder Gas. Laut Umweltbundesamt haben sich Windenergieanlagen an Land bereits nach drei bis fünf Monaten energetisch amortisiert – das heißt, sie haben in dieser Zeit so viel Energie erzeugt, wie für ihre Herstellung und Errichtung benötigt wurde. Danach produzieren sie jahrzehntelang nahezu emissionsfrei Strom. Windkraft ist damit ein entscheidender Baustein für eine klimaneutrale Zukunft.

Fragen & Antworten zum Thema "Wirtschaftlichkeit"

Wie wirkt sich Windkraft auf die Stromkosten aus?

Die Stromerzeugung aus Windenergie gehört mittlerweile zu den kostengünstigsten Formen der Energiegewinnung. Die sogenannten Stromgestehungskosten – also die Kosten, die bei der Erzeugung einer Kilowattstunde Strom entstehen – sind bei Windkraftanlagen deutlich niedriger als bei fossilen Energieträgern.

In Deutschland liegen die Kosten für Onshore-Windenergie derzeit bei etwa 4,3 bis 9,2 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Zum Vergleich: Strom aus Kohlekraftwerken kostet rund 15,1 bis 29,3 Cent pro kWh, und bei Erdgas liegen die Werte sogar zwischen 10,9 und 32,6 Cent pro kWh.

Durch technologische Fortschritte werden die Kosten in Zukunft voraussichtlich noch weiter sinken. Wichtig ist jedoch: Die Stromegestehungskosten sind nicht identisch mit den Strompreisen für Verbraucher.

Welche Auswirkungen haben Windkraftanlagen auf die Immobilienpreise?

Ob Windenergieanlagen einen Einfluss auf Immobilienpreise haben, lässt sich laut aktueller Studienlage nicht eindeutig belegen. Wissenschaftliche Untersuchungen kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen: Während einige Studien in unmittelbarer Nähe zu Windrädern moderate Wertminderungen feststellen, zeigen andere Analysen keine signifikanten Auswirkungen auf den Immobilienmarkt.

Klar ist, dass die Preisentwicklung von Grundstücken und Immobilien von zahlreichen Faktoren abhängt, etwa von der regionalen Nachfrage, der wirtschaftlichen Entwicklung, der Infrastruktur und der individuellen Lagequalität. Die Nähe zu einer Windenergieanlage ist dabei nur ein möglicher Aspekt unter vielen.

Lohnt sich Windkraft in Süddeutschland überhaupt?

Die weit verbreitete Annahme, dass Süddeutschland kein geeigneter Standort für Windenergie sei, gilt inzwischen als überholt. Moderne Messungen und aktualisierte Windatlanten zeigen deutlich, dass auch im Süden Deutschlands ausreichend Windpotenzial vorhanden ist. Windatlanten dienen dabei als wichtige Grundlage für die Analyse der Windverhältnisse und helfen, neue geeignete Standorte zu identifizieren.

Dank des technologischen Fortschritts arbeiten Windenergieanlagen mittlerweile auch bei geringeren Windgeschwindigkeiten effizient.

Süddeutschland ist somit ein zunehmend wichtiger Standort für den Ausbau der Windenergie und spielt eine zentrale Rolle bei der Energiewende.

Fragen & Antworten zum Thema "Gesundheit"

Erzeugen Windräder Lärm und ist dieser gesundheitsschädlich?

Windenergieanlagen erzeugen hörbaren Schall. Dieser entsteht vor allem durch Getriebe in der Gondel sowie durch die sich drehenden Rotorblätter. In etwa 500 Metern Entfernung liegt der Schalldruckpegel durchschnittlich bei rund 40 Dezibel – vergleichbar mit einem Kühlschrank.

Nach aktuellem Stand der Forschung gibt es keine Belege dafür, dass dieser Geräuschpegel direkte gesundheitliche Schäden, etwa am Gehör, verursacht. Dennoch berichten einzelne, besonders geräuschempfindliche Personen davon, sich gestört zu fühlen, vor allem nachts.

Ist der Abstand zwischen Windrädern und Wohngebäuden bedenklich?

Windenergieanlagen dürfen in Deutschland nicht beliebig nah an Wohngebäude gebaut werden – es gelten gesetzlich festgelegte Mindestabstände. Diese sollen sicherstellen, dass Anwohnende ausreichend vor möglichen Beeinträchtigungen geschützt sind. In vielen Bundesländern gelten teilweise sogar striktere Vorgaben, als es der bundesweite Mindeststandard vorschreibt.

Teilweise wird in einigen Fällen diskutiert, ob Abstandsregelungen angepasst oder gelockert werden sollten – zum Beispiel, um das vorhandene Stromerzeugungspotenzial besser nutzen zu können. Dabei bleibt der Schutz der Gesundheit stets ein zentraler Aspekt.

Bisher gibt es keine wissenschaftlich gesicherten Hinweise, dass der Abstand von Windrädern zu Wohnhäusern bei Einhaltung der geltenden Regelungen eine direkte gesundheitliche Beeinträchtigung verursacht. Indirekte Auswirkungen werden aktuell noch weiter erforscht.

Was ist Schattenwurf und kann dieser störend wirken?

Sogenannter Schattenwurf durch Windräder ist ein häufig angesprochenes Thema. Dabei handelt es sich um die wandernden Schlagschatten, die durch die drehenden Rotorblätter bei Sonnenschein entstehen können.

Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens wird der mögliche Schattenwurf detailliert bewertet. Für Wohnhäuser gelten dabei klare Grenzwerte: Der Schatten eines Windrads darf nicht länger als 30 Minuten pro Tag und nicht mehr als 30 Stunden pro Jahr auf ein betroffenes Gebäude fallen.

Können durch Windräder Unfälle verursacht werden?

Windräder unterliegen regelmäßigen Wartungen, technischen Prüfungen. Zwar ist es grundsätzlich möglich, dass es zu Zwischenfällen kommt, solche Ereignisse sind jedoch äußerst selten und sie gelten als sehr sichere Technologie.

Laut aktuellen Auswertungen treten nur etwa sechs bis sieben Vorfälle pro Jahr auf. Die Wahrscheinlichkeit, dass dadurch eine Gefahr für Menschen oder Gebäude entsteht, ist sehr gering.

Fragen & Antworten zum Thema "Ressourcen"

Wie hoch ist der Stahlverbrauch bei der Herstellung einer Windkraftanlage?

Beim Bau von Windenergieanlagen wird unter anderem Stahl verbaut. Der Anteil liegt dabei in der Regel bei etwa 30 bis 35 Prozent des gesamten Materialeinsatzes, was rund 500 bis 700 Tonnen Stahl pro Anlage entspricht. Damit ist der tatsächliche Bedarf deutlich geringer, als es in öffentlichen Debatten gelegentlich dargestellt wird.

Trotz des Materialeinsatzes schneiden Windräder in ihrer Gesamtbewertung sehr gut ab: Bereits innerhalb des ersten Betriebsjahres gleichen sie sämtliche Emissionen aus, die bei Herstellung, Transport, Installation und Betrieb entstehen – inklusive des verwendeten Stahls. Darüber hinaus ermöglichen technologische Entwicklungen stetig Verbesserungen der Umweltbilanz.

Kommen Seltene Erden zum Einsatz?

Ja, in einigen Windenergieanlagen kommen Seltene Erden zum Einsatz, aber der Begriff ist irreführend. Es handelt sich um Metalle, die gar nicht so selten sind, deren Abbau aber aufgrund geringer Konzentrationen komplex ist.

Verwendet werden sie für leistungsstarke Magnete in den Generatoren der Windräder, aber auch in alltäglichen Produkten wie Smartphones und Elektromotoren. Die Probleme dabei sind bekannt: Der Abbau kann die Umwelt belasten und es besteht eine starke geopolitische Abhängigkeit von Hauptlieferanten wie China, was auch für den Standort Deutschland eine Herausforderung darstellt.

Entscheidend ist jedoch: Längst nicht alle Anlagen nutzen Seltene Erden und es gibt Bestreben, die Nutzung zu minimieren.

Werden Windkraftanlagen am Ende ihrer Lebensdauer recycelt?

Eine sehr wichtige Frage, denn Nachhaltigkeit endet nicht mit der Erzeugung sauberer Energie. Die gute Nachricht ist: Windenergieanlagen in Deutschland landen nicht einfach auf der Deponie, sondern werden zu einem sehr großen Teil recycelt.

Ein Windrad wird in der Regel nach einer Betriebsdauer von rund 20 Jahren abgebaut. Doch schon heute können mehr als 90 Prozent der gesamten Anlage problemlos recycelt werden, da sie zum größten Teil aus Beton und Stahl bestehen.

Die größte Herausforderung stellen die Rotorblätter dar, die etwa fünf Prozent des Gesamtgewichts ausmachen, für die es noch kein einheitliches, etabliertes Recyclingverfahren gibt, das eine vollständige Kreislaufwirtschaft ermöglicht.

Entscheidend ist jedoch: Die Deponierung von Rotorblättern ist in Deutschland gesetzlich verboten. Stattdessen werden sie derzeit vor allem thermisch verwertet. Das bedeutet, sie werden zerkleinert und als hochwertiger Ersatzbrennstoff beispielsweise in der Zementindustrie genutzt. Parallel dazu wird intensiv an innovativen Lösungen geforscht, mit dem Ziel eine Kreislaufwirtschaft zu entwickeln.

Fragen & Antworten zum Thema "Naturschutz"

Fördern Windräder die Austrocknung von Böden?

Aktuell gibt es keine wissenschaftlich belastbaren Hinweise darauf, dass Windkraftanlagen zu einer Austrocknung der Böden führen. Die Bodenfeuchtigkeit wird in erster Linie durch natürliche Faktoren wie Niederschläge, Bewässerung und die Beschaffenheit des Bodens bestimmt. Zwar zeigen einige Studien, dass Windenergieanlagen in ihrer unmittelbaren Umgebung minimale Veränderungen verursachen können, etwa eine leicht erhöhte Bodentemperatur, jedoch gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass diese Effekte das lokale Mikroklima oder die Umwelt in einem schädlichen Ausmaß beeinflussen.

Die Hauptursachen für trockene Böden sind vielmehr die durch den Klimawandel bedingten Dürrephasen und extremen Temperaturen, die in vielen Regionen zunehmend spürbar sind.

Tragen Windräder zur Bodenversiegelung bei?

Windkraftanlagen tragen nur in sehr geringem Maße zur Bodenversiegelung bei. Nach der Definition des Umweltbundesamtes bedeutet Bodenversiegelung, dass ,,der Boden luft- und wasserdicht abgedeckt wird, wodurch Regenwasser nicht oder nur eingeschränkt versickern kann.“ Bei Windenergieanlagen trifft dies jedoch kaum zu. Der Flächenbedarf dieser ist im Vergleich zu anderen Formen der Energieerzeugung, ob fossilen oder regenerativ, sehr klein. Die umliegenden Bereiche bleiben daher in der Regel unversiegelt.

Somit hat der Betrieb von Windkraftanlagen keinen relevanten Einfluss auf die Grundwasserneubildung, die bei großflächiger Versiegelung häufig gefährdet ist.

Verursachen Windräder schädliche Treibhausgase?

Windenergieanlagen selbst verursachen im laufenden Betrieb keine klimaschädlichen Emissionen. In bestimmten technischen Komponenten kommt jedoch das Gas Schwefelhexafluorid (SF₆) zum Einsatz. Dieses farb- und geruchlose, ungiftige sowie nicht brennbare Gas dient als Isolier- und Löschgas in elektrischen Schaltanlagen – auch innerhalb von Windenergieanlagen. SF₆ zählt zwar zu den Treibhausgasen, trägt jedoch aufgrund seines sehr geringen Einsatzvolumens im Energiesektor nur minimal zur globalen Erderwärmung bei.

Der Anteil der Windenergie an der insgesamt in Deutschland verwendeten SF₆-Menge ist äußerst gering. Zudem wird das Gas in geschlossenen Systemen eingesetzt, sodass es im normalen Betrieb nicht in die Atmosphäre gelangt.

Die Windenergiebranche arbeitet darüber hinaus intensiv an der Entwicklung und Einführung SF₆-freier Technologien, um künftig vollständig auf den Einsatz dieses Gases verzichten zu können.

Sind Windkraftanlagen eine Gefahr für Vögel?

Windkraftanlagen können grundsätzlich eine Gefahr für Vögel darstellen. Genaue Zahlen sind jedoch schwer zu ermitteln, da viele Faktoren eine Rolle spielen. Nach aktuellen Schätzungen sterben in Deutschland jährlich rund 100.000 Vögel durch Windräder. Das klingt zunächst viel, ist im Vergleich zu anderen Todesursachen jedoch sehr gering: Etwa 115 Millionen Vögel sterben jährlich an Glasscheiben, 70 Millionen im Straßen- und Bahnverkehr und rund 100 Millionen durch Hauskatzen.

Besondere Vorsicht gilt bei Greifvögeln und großen, langlebigen Arten wie dem Rotmilan. Zum Schutz dieser Arten bestehen strenge artenschutzkonforme Auflagen bei der Standortwahl. Zudem kommen gezielte Vermeidungsmaßnahmen zum Einsatz – beispielsweise eine temporäre Abschaltung der Anlagen bei hoher Vogelaktivität.

Völlig konfliktfreie Standorte gibt es zwar nicht, jedoch ist die Zahl der tatsächlich kollidierenden Vögel deutlich geringer ist, als oft behauptet wird. Durch eine sorgfältige Planung und den Einsatz moderner Schutzmaßnahmen lässt sich das Risiko für gefährdete Arten erheblich minimieren.

Weitere Fragen & Antworten

Was ist Flatterstrom?

Der Begriff Flatterstrom beschreibt die unregelmäßige Stromerzeugung durch Windkraftanlagen. Da der Wind nicht konstant weht, schwankt auch die erzeugte Strommenge. Diese wetterabhängigen Schwankungen stellen eine Herausforderung dar. Um Flatterstrom zu bewältigen, kommen verschiedene Strategien und technische Lösungen zum Einsatz:

  • Energiespeicher: Überschüssig erzeugter Strom wird zwischengespeichert und bei Bedarf wieder ins Netz eingespeist.
  • Intelligente Netze (Smart Grids): Sie stimmen Angebot und Nachfrage in Echtzeit aufeinander ab und erleichtern die Integration erneuerbarer Energien.
  • Flexibilisierung des Stromverbrauchs: Besonders Großverbraucher können ihren Verbrauch an die aktuelle Stromproduktion anpassen.
  • Verbesserte Wettervorhersagen: Fortschritte in der meteorologischen Modellierung ermöglichen heute genauere Prognosen der Windverhältnisse. Dadurch lässt sich die Stromerzeugung besser planen und verteilen.

Die Forschung in diesem Bereich schreitet stetig voran. Damit bleibt die Windenergie auch in Zukunft ein verlässlicher und zentraler Baustein der Energiewende.

Bedroht Fachkräftemangel den Ausbau der Windkraft?

Der Fachkräftemangel stellt derzeit eine Herausforderung für den Ausbau der Windenergie dar. Besonders betroffen sind die Genehmigungsbehörden, aber auch die mangelnde Digitalisierung der Genehmigungsprozesse und vermehrte Einsprüche von Windkraftgegnern bremsen den Ausbau.

Um den Ausbau der Windenergie zu beschleunigen, ist es entscheidend, die Digitalisierung voranzutreiben, bürokratische Hürden abzubauen und die Verfahren effizienter zu gestalten.